Die Brennnessel wächst in ganz Europa in der Nähe menschlicher Ansiedelungen.
Die Pflanze hat eine lange Geschichte: Das erste dichterische Loblied wird der Brennnessel durch den römischen Dichter Catull (57 nach Christi) zuteil, der diese Pflanze lobpreiste, nachdem sie seinen Schnupfen und Husten heilte. Und Dioskurides, ein griechischer Arzt des 1. Jahrhunderts nach Christi behandelte mit der Brennnessel bereits die gleichen Krankheiten, bei denen sie noch heute Anwendung findet.
Im Mittelalter diente die Nessel in Krankheitsfällen zur Probe, wie es um den Kranken bestellt war. Man legte die Pflanze in den Harn. Blieb sie Tag und Nacht grün,war dies ein Zeichen baldiger Genesung, schrumpfte sie aber, war alle Hoffnung verloren.
Paracelsus erprobte die Wirkung der Nessel bei Gelbsucht und empfahl einen Trank aus Brennnesselsaft und Ziegenmolke zur Heilung.
Der große Gelehrte Fuchs empfahl: "Die Nessel in die Laug gelegt, vertreibt das harausfallen" und verabreichte eine Salbe aus Bärenschmalz und zerstoßenen Blättern der Nessel gegen Podagra und Gliederschmerz.
Selbst die Heilige Hildegard von Bingen rühmte die Pflanze u.a. mit folgenden Worten: "Die Brennessel ist in ihrer Art sehr warm. In keiner Weise nützt es, dass sie roh gegessen wird, wegen ihrer Rauheit. Aber wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen der Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt.”